Schlussakkord

Die Filmemacherin Henriette Kaiser schildert sehr persönlich in diesem Tagebuch, von der schweren Krebserkrankung ihrer Freundin Katja mit Ende Dreißig, die nach heftigen Kämpfen über einen Zeitraum von ca. drei Jahren verstirbt. Schlussakkord Anschaulich werden sowohl die Reaktionen der Kranken von Verleugnung der Fakten, der Verzögerung einer Therapie über die verzweifelte Suche nach Heilmitteln auch jenseits der Schulmedizin, bis zum Ringen um Selbstbestimmung am Ende des Lebens, als auch das Erleben und die Erfahrungen der Autorin, ungeschönt, doch mit viel Empathie dargestellt. Der Leser erfährt, wie Diagnose, Krankheitsverlauf, das Sterben über Katjas eigene und die Lebenssituationen aller Beteiligten, Angehörige, Freunde hereinbricht. Engagiert und unsentimental plädiert die Autorin für die Hospizarbeit. An Katjas Beispiel wird deutlich, welche Erlösung es für unheilbar Kranke bedeutet, sich nach Therapien und Krankenhausalltag in liebevoller Umgebung auf Abschied und Tod vorbereiten zu können. Am Ende des Buches "streift" die Autorin das Thema Sterbehilfe, was allerdings bei dem Umfang und der Komplexität arg kurz ausfällt und als möglicher Diskussionsansatz zu sehen ist. Insgesamt ein ergreifendes Buch, das gut in das Profil jeder katholischen Bücherei passt.

Annedore Beelte

Annedore Beelte

rezensiert für den Borromäusverein.

Schlussakkord

Schlussakkord

Henriette Kaiser
Deuticke (2006)

266 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 247986
ISBN 978-3-552-06028-9
9783552060289
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Fa
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