Alles Fleisch ist Gras

Am Anfang war der Seitensprung, doch was daraus resultiert, wächst Anton Galba, Leiter der Abwasserreinigungsanlage Dornbirn im Vorarlberg, allmählich über den Kopf. Den ihn erpressenden Kollegen wollte er eigentlich nur schubsen, Alles Fleisch ist Gras doch dessen Sturz endet tödlich. Der Häcksler für die Fleischabfälle ist für die Beseitigung des Körpers ideal, doch das Verschwinden des Mannes bleibt natürlich nicht unbemerkt. Chefinspektor Nathanel Weiß, ein ehemaliger Schulkamerad Galbas, ermittelt und kommt Galba drauf, aber die Dinge entwickeln sich nicht im landläufigen Sinne. Weiß erkennt das Potential der spurlosen Körperbeseitigung und nutzt dieses Wissen nun für eigene Zwecke. Die Dornbirner Honoratioren mit Dreck am Stecken müssen um ihr Leben bangen, denn ein Femegericht sinnt auf Gerechtigkeit und geht dafür über Leichen. - Dass die Österreicher sich auf herrlich schräge Krimis verstehen, haben sie mit Heinrich Steinfest und Wolf Haas hinlänglich bewiesen, Mähr reiht sich da nahtlos ein. Seine Geschichte vom armen Ingenieur, der bald nicht mehr weiß, wie ihm geschieht, läuft allen Erwartungen an einen herkömmlichen Krimi zuwider. Die Story schlägt unerwartete Kapriolen bis zum völlig überraschenden Schluss, und das alles erzählt Mähr geschliffen elegant und niveauvoll. Dabei verteilt er gleich noch ein paar Watschen Richtung österreichische Kommunalpolitik und lässt beim Leser das leicht unbehagliche Gefühl zurück, dass Verbrechen sich vielleicht doch lohnt. Ein intellektuelles Lesevergnügen!

Beate Mainka

Beate Mainka

rezensiert für den Borromäusverein.

Alles Fleisch ist Gras

Alles Fleisch ist Gras

Christian Mähr
Deuticke (2010)

397 S.
fest geb.

MedienNr.: 564835
ISBN 978-3-552-06127-9
9783552061279
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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