Gestatten: Ich

Wir werden in der "Selbst-Werdung" (S. 37) u.a. von unseren frühkindlichen Bindungserfahrungen geprägt und nehmen die Eltern in unser Selbstbild auf. Sind die Eltern selbst nicht reif und gebrauchen das Kind für ihre infantilen Gestatten: Ich Bedürfnisse, sollten wir diese Fremdbestimmung erkennen, korrigieren, um selbst zu reifen und nicht in kindlichen Bedürfnissen nach Liebe, Anerkennung und Bindung stecken zu bleiben. Wenn wir uns von dieser Fremdbestimmung lösen, gelangen wir zu persönlicher Freiheit (S. 175). Die Autorin stellt die Frage nach dem freien Willen. Mit freiem Willen können wir moralisch handeln. Um zu entscheiden, müssen wir werten, wobei die Werte "unseres ersten Umfeldes" (S.122) prägen. Die Wandelbarkeit der Werte spiegelt sich in unserer Leistungsgesellschaft wider. - Katharina Ohana ist Moderatorin und psychologische Beraterin verschiedener Fernsehsender. Sie hat in Frankfurt und Berlin Philosophie und Psychoanalyse studiert. Ihr Buch ist klar strukturiert, bietet gute Fallbeispiele und interessante Bezüge auf die aktuelle Gesellschaft. Ein Appell zu einem souveränen Umgang mit dem eigenen Leben. Sehr empfehlenswert.

Karola Bartel

Karola Bartel

rezensiert für den Borromäusverein.

Gestatten: Ich

Gestatten: Ich

Katharina Ohana
Gütersloher Verl.-Haus (2010)

239 S.
fest geb.

MedienNr.: 566225
ISBN 978-3-579-06763-6
9783579067636
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ps
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