Kinder des Monsuns

Chuan schlägt sich nicht gerne - und doch muss er in der Boxschule mitmachen, ist es doch die einzige Chance für die Söhne armer Bauern in Bangkok. Teddy ist tot, gestorben an einem Schuss aus einer Polizeipistole, auf einer Demonstration Kinder des Monsuns in Indonesiens Hauptstadt Jakarta, bei der die Studenten nur mehr Demokratie forderten und laut Polizeiprotokoll gar nicht geschossen wurde. "Ewige Schönheit" lebt als Straßenkind in Ulan-Bator und kämpft täglich im unterirdischen Fernwärmenetz der Stadt ums Überleben. Chuan, Teddy und der kleine Mongole "Ewige Schönheit" sind drei der Kinder, die der Autor bei seinen Reisen durch Südostasien kennengelernt hat und von denen er erzählt. An ihren Schicksalen macht er den Alltag in größter Armut und Bedrängnis deutlich, beschreibt eindrücklich und in spannenden Reportagen, die Lebensbedingungen derer, die nicht "auf den Zug der Chancen aufspringen konnten" (S. 11), zeichnet die Unausweichlichkeit mancher Schicksale nach. Umrahmt werden die Einzelschicksale von den Zwiegesprächen des Autors mit seinen Taxifahrern. Deren Lebenswege und zusätzlich die persönlichen Reiseabenteuer des Autors lassen die Bilder erst komplett werden, die beschriebene Realität differenzierter und umso bedrückender erscheinen. - Ein informatives, empfehlenswertes Buch voll menschlichen Mitgefühls.

Sabine Schaefer-Kehnert

Sabine Schaefer-Kehnert

rezensiert für den Borromäusverein.

Kinder des Monsuns

Kinder des Monsuns

David Jiménez
Campus-Verl. (2009)

297 S. : Ill.
kt.

MedienNr.: 561978
ISBN 978-3-593-38925-7
9783593389257
ca. 17,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Er
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