Liebe Ijeawele ...

Eine Freundin aus Kindertagen bittet die Autorin um Rat, wie sie ihre neugeborene Tochter zu einer selbstbestimmten Frau erziehen könne. Obwohl Adichie schon oft in Reden öffentlich für feministische Positionen eingetreten ist, Liebe Ijeawele ... fühlt sie sich zunächst überfordert. Aber dann besinnt sie sich auf ihre Erfahrungen als Babysitterin und als Tante und schreibt ihrer Freundin einen Brief mit fünfzehn Vorschlägen für eine feministisch geprägte Erziehung. Sie soll ihrer Tochter u.a. erklären, was Sexismus ist und wie sie sich dagegen zu Wehr setzen kann, sie soll ihr nie sagen, dass sie etwas nicht tun darf, weil sie ein Mädchen ist oder weil irgendeine Eigenschaft "biologisch" sei. Sie solle aber auch nicht auf die Idee kommen, Feminismus bedeute Weiblichkeit abzulehnen. Vor allem aber legt sie ihr ans Herz, ihren Instinkten zu folgen und sich von der Liebe zu ihrem Kind leiten zu lassen. Wichtig sei vor allem, es zu versuchen, auch wenn das Leben manchmal einen anderen Lauf nimmt. Die Autorin ist in Nigeria geboren, wo andere, noch stärker patriarchalisch geprägte gesellschaftliche Regeln gelten als bei uns, dennoch sind Adichies Vorschläge größtenteils auch hier in der westlich geprägten Gesellschaft sinnvoll.

Christiane Kühr

Christiane Kühr

rezensiert für den Borromäusverein.

Liebe Ijeawele ...

Liebe Ijeawele ...

Chimamanda Ngozi Adichie
Fischer (2017)

79 S.
kt.

MedienNr.: 589329
ISBN 978-3-596-29968-3
9783596299683
ca. 8,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Pä
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