Die Ohnmächtigen

Eine Politmafia versucht, den mit parapsychologischen Fähigkeiten ausgestatteten Wadim unter Druck zu setzen. Mit seiner Befähigung soll er Wahlen manipulieren. Zusammen mit einer Reihe ebenfalls übernatürlich und medial begabter Die Ohnmächtigen Menschen versucht er, sich dem zu widersetzen. Das Irrationale in einer modernen, mechanistischen Welt ist ein Thema, das Boris Strugatzki bereits in früheren Romanen umgetrieben hat, die er noch mit seinem 1991 verstorbenen Bruder Arkadij verfasste. In seinem neuen Buch aktualisiert er dieses Problem und wendet es sehr eindeutig auf die augenblicklichen Verhältnisse in Russland an. Die verwickelten Erzählfäden deuten alle in eine Richtung: Menschen mit besonderer Begabung sind immer gefährdet, Instrumente inhumaner und totalitärer Kräfte zu werden. Strugatzki hat ein hochaktuelles Buch geschrieben, das sich zum einen der politischen Situation in Russland widmet, zum andern das moderne Weltbild in Frage stellt, das rational nicht erklärbare Vorgänge ausschließt. Mit zahlreichen literarischen Anspielungen stellt sich Strugatzki auch in die Tradition der russischen Literatur (Bulgakow, Gogol). Diese werden vom Übersetzer im Anhang hervorragend erläutert. Ein Roman, dem es gelingt, Phantastisches und Politisches faszinierend miteinander zu verbinden. (Übers.: Erik Simon)

Alois Bierl

Alois Bierl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Ohnmächtigen

Die Ohnmächtigen

Boris Strugatzki
Klett-Cotta (2007)

Hobbit Presse
339 S.
fest geb.

MedienNr.: 554823
ISBN 978-3-608-93774-9
9783608937749
ca. 23,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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