Die Wikinger

Licht in die für viele dunkle, mit Vorurteilen besetzte Zeit vom Ende des 8. bis zum 11. Jh. bringt der Historiker Anders Winroth in diesem anschaulichen Buch, indem er in lebendigen Geschichten Auftreten, Lebensweise, Religion und Die Wikinger künstlerisches Verständnis der Wikinger von ihren ersten Erkundungsfahrten bis zur Bildung skandinavischer Königreiche aufzeigt. In dieser umfassenden Darstellung stützt sich der Autor auf zeitgenössische Quellen, auf Forschungsergebnisse aus Archäologie, Literatur- und Geschichtswissenschaft und erarbeitet so ein aus unterschiedlichen Perspektiven geformtes Bild, das mit verzerrten, unrealistischen Sichtweisen aufräumt. So macht er z.B. deutlich, dass die Wikinger nicht besser, aber auch nicht machthungriger, gewalttätiger und grausamer als andere Völker waren, dass sie jedoch zum Schrecken für andere dadurch wurden, dass sie mit Hilfe ihrer schnellen und wendigen Schiffe wie aus dem Nichts auftauchten. Auch verweist er darauf, dass ihre Fahrten - ob über das Meer (Island, Grönland, Nordamerika) oder auf Flussläufen - nicht nur zur Gebiets- und Machterweiterung dienten, sondern meist Ansiedlungen und Handelsbeziehungen nach sich zogen. Zudem stellt Winroth richtig, dass die Wikinger kein kulturloses Volk waren, denn Literatur, Kunst und Religion (Runeninschriften, Sagas, vorchristliche Mythologie, christliche Glaubensinhalte und Praktiken) spielten eine herausragende Rolle. - Eine großartige Darstellung! Für alle Büchereien geeignet.

Inge Hagen

Inge Hagen

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Wikinger

Die Wikinger

Anders Winroth
Klett-Cotta (2016)

368 S. : Ill., Kt.
fest geb.

MedienNr.: 584684
ISBN 978-3-608-94927-8
9783608949278
ca. 24,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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