Das flüssige Land

Um die Beerdigung ihrer Eltern vorzubereiten, reist die Physikerin Ruth, die über die Zeit forscht, nach Groß-Einland, dem Geburtsort ihrer Eltern, wo sie beerdigt werden wollten. Sie selbst war noch nie dort und der Ort ist auf Das flüssige Land keiner Karte und in keinem Register Österreichs verzeichnet. Nur mit viel Glück findet sie einen Weg dorthin. Da ihr Auto danach repariert werden muss, beschließt sie, die Wartezeit zu nutzen, um mehr über die Geschichte ihrer Familie und des merkwürdigen Städtchens herauszufinden. Sie erfährt, dass Groß-Einland in ein Loch zu stürzen droht, das durch ein aufgelassenes Bergwerk entstanden ist. Außerdem stößt Ruth auf ein Kriegsverbrechen, an dem ein großer Teil der Groß-Einländer Bevölkerung beteiligt gewesen ist, und das sozusagen in dem Loch entsorgt wurde. Als wäre das alles nicht schon merkwürdig genug, scheint Zeit dort keine Rolle zu spielen, Ruth bemerkt gar nicht, wie viel Zeit sie dort verbringt; die Vorbereitungen für die Beerdigung sind längst nebensächlich geworden. Doch kann man Ruths Erzählung überhaupt trauen, da sie psychisch angeschlagen und von Psychopharmaka abhängig ist? - Was auf den ersten Blick aussieht, wie ein Familienroman, entpuppt sich mit jeder gelesenen Seite mehr als eine Parabel, mit der Edelbauer den österreichischen Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit aufs Korn nimmt und sich warnend mit dem Einsickern von rechtsextremem Gedankengut in den gesellschaftlichen Mainstream auseinandersetzt. Ein starker, fantastischer, auch verrückter Roman, nominiert für den Deutschen Buchpreis.

Das flüssige Land

Das flüssige Land

Raphaela Edelbauer
Klett-Cotta (2019)

349 S.
fest geb.

MedienNr.: 598522
ISBN 978-3-608-96436-3
9783608964363
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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