Für Prophet und Führer

Schon in den afrikanischen Kolonien waren die Deutschen mit Muslimen konfrontiert und versuchten im Ersten Weltkrieg, den Islam zu instrumentalisieren, Unruhe in den Gebieten der Entente-Mächte anzufachen. Muslimische Kriegsgefangene Für Prophet und Führer erhielten eine bevorzugte Behandlung, durften ihre religiösen Gebräuche beibehalten und man baute sogar eine große Moschee. Viele der umkämpften Gebiete im Zweiten Weltkrieg, z.B. der Balkan, waren mehrheitlich islamische. Die deutsche Propaganda versuchte, das Nazireich als Schutzherrn des Islam zu präsentieren und so Muslime für sich zu gewinnen. Hitler selbst bewunderte den Islam als starke, kämpferische Religion. Hunderttausende Muslime kämpften schließlich unter deutscher Fahne, wobei ihre Motivation meist nicht religiös war, sondern rein pragmatisch, da sie sich als Kriegsgefangene vor Hunger und Seuchen schützen wollten. - David Motadel schöpft in seinem großartigen Werk aus unzähligen Quellen und präsentiert damit die erste, umfassende Darstellung der Islampolitik des NS-Regimes. Für historisch interessierte Leser ausdrücklich empfohlen.

Martina Häusler

Martina Häusler

rezensiert für den Borromäusverein.

Für Prophet und Führer

Für Prophet und Führer

David Motadel
Klett-Cotta (2017)

568 S. : Ill., Kt.
fest geb.

MedienNr.: 590258
ISBN 978-3-608-98105-6
9783608981056
ca. 30,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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