Iva atmet

Die junge Ärztin Iva steht am Bett ihres todkranken Vaters. Sie hat Mann und Kind in Düsseldorf gelassen und ist nach Dresden gefahren, um sich von ihrem schwierigen Vater zu verabschieden. Zu ihrer Mutter und den Geschwistern Alexander Iva atmet und Jette hat Iva keinen Kontakt. Während sie auf den Tod des Vaters wartet, denkt sie über ihre Familie nach. Die Großmutter ist in Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) aufgewachsen. Der Urgroßvater, ein Farmer, wurde während eines Aufstandes der Herero getötet. Nun ist Ivas Schwester Jette in Namibia, auf der Suche nach ihren Wurzeln. In einer Kneipe lernt Iva die wohnungslose Künstlerin Ismene kennen und nimmt sie vorübergehend im Haus ihres Vaters auf. Als neben ihrem Mann Roy auch Alexander mit seiner Freundin Miez aus Wien auftaucht, beginnt die Stimmung der unfreiwilligen Wohngemeinschaft zu kippen. Der Bruder stellt provokante Fragen zur Familiengeschichte, denen die angepasste Iva ausweicht. - Die junge Autorin Lasker-Berlin (Jahrg. 94) hat nach ihrem Debüt "Elijas Lied" (BP/mp 20/702) ihren zweiten Roman veröffentlicht. Das Buch will viel und wirkt deshalb mitunter etwas überambitioniert: das Schweigen über die eigene Schuld zieht sich durch Generationen von deutscher Kolonialgeschichte über Naziverbrechen bis zur Verdrängung in der Gegenwart. Für Leser/-innen, die sich für junge deutsche Literatur interessieren.

Susanne Emschermann

Susanne Emschermann

rezensiert für den Borromäusverein.

Iva atmet

Iva atmet

Amanda Lasker-Berlin
Frankfurter Verlagsanstalt (2021)

302 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 603753
ISBN 978-3-627-00285-5
9783627002855
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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