Gott

In einem originellen Streifzug durch die abendländische Geistes- und Kulturgeschichte von der Antike bis zur Moderne stellt Manfred Lütz zunächst "alle gängigen Einwände gegen die Existenz Gottes" dar. Dabei unterscheidet Gott er zwischen einem unreflektierten praktischen und einem theoretisch begründeten Atheismus und differenziert letzteren nach verschiedenen Ausprägungen (u.a. Materialismus, Determinismus, Darwinismus, psychologische Projektionstheorien), um dann zu fragen, ob diese überhaupt das christliche Gottesbild treffen. Den einzigen wirklich konsequenten Atheismus sieht Lütz in der absoluten Trostlosigkeit und radikalen Aufgabe sämtlicher Werte bei Friedrich Nietzsche. In einem zweiten Teil führt der Autor dann im Gegenzug alle vernünftigen Argumente für Gott an (vom beeindruckenden kindlichen Urvertrauen bis hin zu den berühmten "Gottesbeweisen" der christlichen Philosophie) - um am Ende trotz aller Vernunftgründe für die Entscheidung des Glaubens festzuhalten, dass der christliche Gott letztlich nur als Person und insofern als "bleibendes Geheimnis" erfahrbar ist. In einem dritten Teil fügt Manfred Lütz schließlich noch eine kurze christliche Fundamentaltheologie an, um manches zu erklären, was vielen (ungläubigen wie vielleicht auch gläubigen) Zeitgenossen heute nicht mehr unbedingt bewusst oder verständlich ist. So richtet sich dieses Buch an einen sehr breiten Leserkreis, es möchte zeigen, dass der christliche Glaube zwar vor der Vernunft Bestand hat, deswegen aber "dennoch nicht ein Glaube nur für eine intellektuelle Elite" (S. 235) ist. Im Verzicht auf eine wissenschaftliche Sprache und im lustvollen Pointieren der Argumente gelingt es dem Autor bestens, dies auf geradezu spannende und unterhaltsame Weise zu belegen. (Religiöses Buch des Monats November 2007)

Gott

Gott

Manfred Lütz
Pattloch (2007)

297 S.
fest geb.

MedienNr.: 556080
ISBN 978-3-629-02158-8
9783629021588
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re
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Auszeichnung: Religiöses Buch des Monats