Auf fremdem Land

"Auf fremdem Land" erzählt die Geschichte einer illegalen israelischen Siedlung im Westjordanland. An diesem - fiktiven - Schauplatz, einer in biblischer Diktion beschriebenen Schöpfung des Gründers Otniel Asis, haben Auf fremdem Land sich Pioniere niedergelassen, die in Wohnwagen leben, Kirschtomaten anbauen, Ziegenmilchprodukte verkaufen, Kinder erziehen und jüdische Feste feiern. Ein Alltag von "Arbeit, Gebet, Ruhen und Liebe"? Wäre da nicht der gravierende Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Ein Teil der Siedlung liegt nämlich im Naturschutzgebiet, ein anderer auf brachliegendem arabischen Privatland; eine offizielle Genehmigung gibt es nicht, deshalb droht beständig die Räumung (und ein Eklat aufgrund des amerikanischen Sponsorings). - Der 1968 geborene, in Jerusalem aufgewachsene und heute in Tel Aviv lebende Schriftsteller Assaf Gavron hat zwei Jahre in solchen Siedlungen recherchiert. Herausgekommen ist das faszinierende und verstörende Porträt moderner jüdischer Siedler, die von ihrer Lebensaufgabe beseelt sind, trotz aller religiösen Unterschiede, trotz der völlig ungeklärten Rechtslage. Die Gewalt im Nahostkonflikt wird, schon aufgrund des immer gegenwärtigen Militärs, nicht ausgeklammert, im Gegenteil. Ohne Sozialromantik, ohne Pionierpathos schreibt Gavron eine teilnehmende, aber parteilose Geschichte, einen Roman vom ganz alltäglichen und global beunruhigenden Leben im Nahen Osten. Allen Beständen sehr empfohlen. (Übers.: Barbara Linner)

Michael Braun

Michael Braun

rezensiert für den Borromäusverein.

Auf fremdem Land

Auf fremdem Land

Assaf Gavron
Luchterhand (2013)

543 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 389241
ISBN 978-3-630-87419-7
9783630874197
ca. 22,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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