Der Gott der Stadt

Am 84. Todestag des Dichters Georg Heym stirbt ein Regiestudent an einer renommierten Berliner Schauspielschule. Zusammen mit seinen vier Kommilitonen hatte er an Heyms Faust-Fragment gearbeitet und bis zum Schluss bleibt unklar, ob Der Gott der Stadt er ermordet wurde oder ob er Selbstmord begangen hat. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, aber es gibt nur eine Ich-Erzählerin: die Regiestudentin Katharina Nachtrab, die aus Nürnberg nach Berlin gekommen ist. - Wie Christiane Neudecker die Stimmung im gerade wiedervereinigten Berlin beschreibt, die Atmosphäre an der elitären Schauspiel-Schule, wie sie den Tod des expressionistischen Dichters Heym beim Schlittschuhlaufen mit den Ereignissen Mitte der 1990er Jahre verwebt, das ist großartig. "Der Gott der Stadt" ist ein packender Roman, der beim Lesen einen Sog entfaltet. Ein Pageturner auf hohem Niveau. Für mich eines der besten Bücher des Leseherbsts 2019. Für alle Bestände geeignet.

Katja Strippel

Katja Strippel

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der Gott der Stadt

Der Gott der Stadt

Christiane Neudecker
Luchterhand (2019)

669 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 928948
ISBN 978-3-630-87566-8
9783630875668
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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