Mäuseplage

Dies ist die Geschichte von Frau Sommer, die jeden Herbst nicht nur eine reiche Apfelernte einbringt. Sie leidet auch unter dem Einzug der Mäuse zu Beginn der kälteren Jahreszeit. Schon das liebevoll gestaltete Vorsatzblatt zeigt Mäuseplage es: Die Mäuse fressen sich bei ihr dick und satt. Nachdem alle üblichen Gegenmaßnahmen von der Mausefalle über Gift bis zur Katze nichts nutzen, zieht Frau Sommer aus. Aber dann ist sie einsam und hat schließlich eine Idee: Sie versorgt die Mäuse in ihrem Gartenhaus mit dem Nötigsten, sodass sie gar keine Lust mehr haben, in ihr Haus zu kommen - wo ja jetzt auch die erwachsene Katze aufpasst. Auf jeder der leicht karikierend gezeichneten, sehr farbenfrohen Seiten gibt es zweierlei Text: den beschreibenden Abschnitt über das, was auf der Seite gezeigt wird und dann noch eine einzige Zeile, die wie eine Folgerung aus dem Geschilderten wirkt. Den Kindern wird so abverlangt, nicht nur beschreiben zu können, dass Frau Sommer zum Beispiel die Ritzen mit Papier verstopft und dass die Mäuse trotzdem im Haus herumtanzen, sondern auch die Folgerung zu begreifen: "Frau Sommer ist ratlos". Bei diesem Bilderbuch werden dem Kind Begriffe wie "ratlos" oder "kummervoll" nicht durch das entsprechende Bild erläutert - Frau Sommer sieht immer sehr tatendurstig und ideenreich aus. Hier ist also ein hoher sprachlicher Abstraktionsgrad schon gefordert. Wenn dieser vorhanden ist, macht das Buch sehr viel Spaß. Breit empfohlen.

Ulrike Erb-May

Ulrike Erb-May

rezensiert für den Borromäusverein.

Mäuseplage

Mäuseplage

Helga Bansch
Jungbrunnen (2008)

[14] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.

MedienNr.: 295092
ISBN 978-3-7026-5794-9
9783702657949
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 4
Systematik: KK
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