Das zweitbeste Leben

Dana Yarboro und Chaurisse Witherspoon sind Halbschwestern; ihr Vater ist Bigamist und mit den Müttern der beiden Schwestern verheiratet. Dana und Chaurisse werden mit einem Abstand von vier Monaten, nicht weit voneinander entfernt, Das zweitbeste Leben geboren. Die eine in einer scheinbar guten, behüteten Familie mit Mutter und Vater. Die andere, im Wissen darum, immerzu die Versteckte zu sein. Dana lebt allein mit ihrer Mutter. Der Vater kommt immer mittwochs zum Abendessen. Das Leben im Hintergrund, der Makel der Heimlichkeit und das stetige Zurückstecken hinter den Bedürfnissen der offiziellen Tochter setzen Dana zusehends zu. Sie hängt sich an Chaurisse und bald fliegt das Geheimnis des Vaters auf. Über die Beweggründe von Dana spricht Tayari Jones nicht, die Abwärtsbewegung und der Strudel, in dem sich die junge Frau zunehmend befindet, sind jedoch spürbar. Es ist ganz wunderbar zu erfahren, wie die beiden jungen Frauen für ihr Leben einstehen und sich von den Fehlern der Eltern freistrampeln. Auch wenn Jones an manchen Stellen etwas langatmig und monoton erzählt, ist der Roman doch eine ergreifende Geschichte von Stärke und Mut. Insgesamt empfehlenswert.

Christine Tapé-Knabe

Christine Tapé-Knabe

rezensiert für den Borromäusverein.

Das zweitbeste Leben

Das zweitbeste Leben

Tayari Jones ; aus dem amerikanischen Englisch von Britt Somann-Jung
Arche (2020)

347 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 601365
ISBN 978-3-7160-2783-7
9783716027837
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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