Abschied vom Abstieg

Das Wissenschaftlerpaar Herfried und Marina Münkler widmen sich der vorherrschenden Stimmung in der Gesellschaft, die von Abstiegsängsten geprägt ist. In den 1950er und 1960er Jahren herrschte eine kollektive Erzählung in Deutschland, Abschied vom Abstieg dass man selbst und die eigenen Kinder aufsteigen könnten. Populistische Bewegungen in ganz Europa haben den Menschen das Gefühl vermittelt, sie würden etwas gegen die Ursachen der nun vorherrschenden Abstiegsängste unternehmen und scheinbar erodierende Traditionen bewahren. Linke, wie rechte Populisten schüren ein Niedergangsszenario der Gesellschaftsschichten bzw. der Nation. Mit ihrem Buch möchte das Ehepaar Münkler Vorschläge auf den Gebieten Bildung, Demokratie und Europa machen, wie auf diesen Feldern Lösungen aussehen könnten. Sie plädieren für den politisch gebildeten Bürger, der für seine Teilnahme Kompetenzen erworben hat. Den stellen sie dem Wutbürger gegenüber, der Politik nur mit einer Anspruchshaltung konsumiert. Demokratie lebe von der aktiven Teilhabe. Deshalb plädiert das Autorenpaar für Bürgerkomitees auf Kommunalebene, die für Projekte auch Geld zur Verfügung haben sollten. Ebenso sprechen sie sich dafür aus, die Krise der Demokratie als Chance anzunehmen. - Ein über große Strecken anspruchsvolles Buch für gesellschaftlich Interessierte. Für große Bestände.

Helmut Lenz

Helmut Lenz

rezensiert für den Borromäusverein.

Abschied vom Abstieg

Abschied vom Abstieg

Herfried Münkler, Marina Münkler
Rowohlt Berlin (2019)

511 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 599494
ISBN 978-3-7371-0060-1
9783737100601
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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