Köln 300°C

Eine Serie von Brandanschlägen auf Autos hält die Domstadt in Atem. Als bei einem weiteren Auto eine Leiche gefunden wird, werden Kommissarin Judith Mertin und ihr cholerischer Kollege Markus Kaiser hinzugerufen. Bevor sie überhaupt mit der Aufklärung Köln 300°C des Falls beginnen, liefern sich die beiden eine teaminterne Schlägerei. Das bleibt nicht die einzige unverständliche Handlungsweise der beiden Ermittler. Während hauptsächlich Mertin auf die Spur von illegalen und tödlichen Geschäften rund um das seltene Metall Tantal kommt, muss sie sich mit der Neonaziszene in Köln, Kollegen mit rechter Gesinnung und Personalmangel in der Abteilung herumschlagen. Herumschlagen trifft es ganz gut, denn sie ist in mehreren Kampfsportarten versiert und entpuppt sich im Laufe des Falls als durchtrainierte Killermaschine, die sich zu allem Überfluss auch noch auf einem Skateboard fortbewegt. Ganz im Gegensatz zu ihrem Kollegen, dessen Gesundheit, Familienleben und Karriere am Ende zu sein scheinen. Ein wenig Köln-Kolorit wird auch noch eingebaut, wenn Mertins Lover volltrunken von einer Karnevalssitzung heimkommt. Das alles ist ein bisschen zu viel des Guten für den Leser, auch wenn die Geschichte trotz aller Überzeichnungen gegen Ende an Spannung gewinnt. Ein durchschnittlicher Krimi mit nicht zu Ende gedachten Handlungssträngen und vielen Allgemeinplätzen. Für Büchereien im Umkreis von Köln sicher möglich, aber auch hier nicht notwendig.

Barbara Dorn

Barbara Dorn

rezensiert für den Borromäusverein.

Köln 300°C

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Marco Hasenkopf
emons: (2020)

368 Seiten
kt.

MedienNr.: 600614
ISBN 978-3-7408-0792-4
9783740807924
ca. 14,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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