Wir sind die Flut

Umweltschutz und Fridays-for-Future-Demos sind ein wichtiges Thema in Avas Leben geworden. Richtig aufgerüttelt wird sie aber erst durch einen Fernsehbericht, der den Untergang Hamburgs prophezeit. Zusammen mit Schulkameraden stürzt Wir sind die Flut sie sich in die Organisation eines zweiwöchigen Protestcamps auf dem Hof ihres Klassenkameraden Kruso. Dafür nimmt sie jedweden Ärger mit der Schule, ihren Eltern und ihrem Freund Leon in Kauf. Vor allem ihre Beziehung mit Leon wird schwer belastet, denn er sitzt zwischen den Stühlen. Leon weiß, dass Avas Aktion richtig und wichtig ist, aber zugleich fühlt er sich seinem Vater verpflichtet, der den modernen, hochtechnisierten Nachbarhof zu Krusos Familie bewirtschaftet. Trotzdem beginnt er, Ava - von ihr unbemerkt - zu unterstützen, indem er ihr in der Schule den Rücken freihält, zusammen mit seiner Mutter die Versorgung der Aktivisten organisiert und den Kontakt zu ihrer Familie hält. - Dieser Jugendroman ist eine Perle unter den vielen Büchern über Klimawandel und Umweltschutz, denn er zeigt, dass es bei dem Thema nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch sehr viel dazwischen gibt. Natürlich werden die Jugendlichen gefeiert, die sich einbringen und Veränderungen aktiv herbeiführen wollen, aber die Autorin zeigt auch Verständnis für die, die sich nur leise betätigen wollen oder können und dass sie oft gute Gründe dafür haben. Sehr empfehlenswert!

Stefanie Simon

Stefanie Simon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Wir sind die Flut

Wir sind die Flut

Annette Mierswa
Loewe (2020)

Loewe Taschenbuch ; 0823
222 Seiten
kt.

MedienNr.: 959216
ISBN 978-3-7432-0823-0
9783743208230
ca. 6,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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