Das Mädchen mit den Smaragdaugen

Das aktuelle Thema "Beutekunst" nimmt auch in diesem Roman einen zentralen Platz ein. Dabei geht es zum einen um die Geschichte der jüdischen Familie Bauer aus dem Elsaß, die bis zu ihrer Deportierung im Besitz bedeutender Das Mädchen mit den Smaragdaugen Kunstwerke war, zum anderen um die spanische Kunsthistorikerin Ana. Beide Schicksale werden zunächst in zwei parallelen Handlungen erzählt, die aber nach und nach zusammenführen. Als Expertin für die Malerei der Renaissance wird Ana mit dem Auffinden des "Astrologen" beauftragt, eines Gemäldes von Giorgione. Schon Hitler und seine Gefolgsleute sollen an diesem Bild sehr interessiert gewesen sein. Die Suche führt Ana zunächst nach Paris. Bei ihren Recherchen stößt sie auf die Jüdin Sarah Bauer, die als Einzige ihrer Familie der Festnahme durch die Nazis entgangen und nach Paris geflohen war. Im letzten Moment vor dem Eintreffen der Gestapo hatte ihr ihr Vater einen Mantel übergeben, in dessen Futter ein Gemälde von großem Wert eingenäht war. Auf Sarahs Spur wird Sturmbannführer Georg von Bergheim angesetzt. Er soll das geheimnisvolle und so begehrte Bild für Himmler beschaffen. Schon bald findet Bergheim die junge Frau. Damit beginnt für beide eine schicksalhafte Verbindung. - Carla Montero gelingt mit der Erzählung auf zwei zeitlich unterschiedlichen Ebenen ein faszinierender Roman, der spannend, aufregend und sehr bewegend ist. Eine sehr zu empfehlende Lektüre, die angesiedelt ist zwischen romantischem Liebesroman, realistischer Schilderung über den Nationalsozialismus und thrillerhafter zeitgenössischer Erzählung. (Übers.: Alexandra Baisch)

Edith Schipper

Edith Schipper

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Das Mädchen mit den Smaragdaugen

Das Mädchen mit den Smaragdaugen

Carla Montero
Blanvalet (2014)

735 S.
fest geb.

MedienNr.: 578501
ISBN 978-3-7645-0471-7
9783764504717
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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