Bilder erzählen

Peter Haller, Kunst ambitionierter Inhaber einer großen Werbeagentur, hat eine private Sammlung abstrakter Kunst zusammengetragen und stellt sie im vorliegenden Buch vor. Dass dies nicht ohne Blick auf die Kunstgeschichte anhand einer Bilder erzählen Auswahl von etwa 20 Werken und einer kurzen Vorstellung von acht Kunstsammlerinnen sowie schlagwortartigen historischen Anmerkungen zur westdeutschen Kunst nach 1945 und dem NS-Kunstkomplex geschieht, beweist, wie sehr Haller seine Sammlertätigkeit in einen verbindlich kunsthistorischen und gesellschaftlichen Kontext verorten möchte. Die Leser/-innen erhalten daher Information zum Kunstsammeln von Katharina der Großen bis Peggy Guggenheim, zur Entstehung von Hallers eigener Sammlung, außerdem exzellent gedruckte Abbildungen der Sammlung. Neben großen Namen wie Ernst Wilhelm Nay und Gerhard Richter finden sich auch weniger bekannte wie H.J. Volbracht und Julian Opie. Der Katalogteil ist in sieben Stile der Abstraktion gegliedert und enthält kurze Portraits einiger, leider nicht aller Künstler. Das Buch ist eher eine Mischung aus Kunstgeschichte, Werbemittel und Sammlungskatalog und es entsteht der Verdacht, dass hier zur Steigerung des Marktwerts der Sammlung ein geschickter Schachzug vorliegt. Kunstinteressierte Leser/-innen wird es nicht stören, zumal für den Preis sonst kaum eine hochwertig gemachte Sammlungsdokumentation zu finden sein wird. Für Bestände mit Kunst-Schwerpunkt geeignet.

Helmut Krebs

Helmut Krebs

rezensiert für den Borromäusverein.

Bilder erzählen

Bilder erzählen

Peter Haller
Hirmer (2020)

447 Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 600894
ISBN 978-3-7774-3514-5
9783777435145
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ku
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