Schluss mit euren ewigen Mogelpackungen!

In über 30 Kapiteln, die jeweils kaum mehr als zwei bis drei Seiten umfassen, lässt sich der Journalist anhand von verschiedenen Beispielen über diverse Absurditäten aus - gewohnt bissig und polemisch. In Limburg darf das Glockenspiel Schluss mit euren ewigen Mogelpackungen! am Rathaus nicht mehr das Kinderlied "Fuchs, du hast die Gans gestohlen" spielen, weil sich eine Veganerin davon gestört fühlt. EU-Abgeordnete in Brüssel diskutieren monatelang über die richtige Frittierung von Pommes ... Schwierig wird es, wenn es z.B. um das Ablegen der Kreuze von Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm auf dem Tempelberg geht. Hier gab es sehr wohl gute Gründe, so zu handeln, die der Autor aber mit keiner Silbe erwähnt. Auch scheint dem studierten Theologen entgangen zu sein, dass der arabische Christ Gott ebenfalls mit Allah anredet. Hahnes beißende Polemik ist auf Dauer etwas ermüdend. Überall entdeckt der Autor "Wahnsinn", "Irrsinn", "Schwachsinn", "Vegansinn" und (mit mehr als zwölf Nennungen auf 128 Seiten) "Gutmenschen". Ein etwas hintergründigerer Blick, etwas mehr Differenzierung würde manchmal guttun. Ebenso wie konstruktive Lösungsvorschläge. Dann wäre es einfacher für den Leser, sich mit den durchaus zu Recht kritisierten Problemen auch ernsthaft auseinanderzusetzen. So bleibt es weitestgehend bei der Empörung - und der Leser ratlos mit diesen Informationen zurück. So dient das Buch eher als Beispiel dafür, dass es leicht ist, Politik zu kritisieren, wenn man nicht selbst Lösungen anbieten muss.

Markus John

Markus John

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Schluss mit euren ewigen Mogelpackungen!

Schluss mit euren ewigen Mogelpackungen!

Peter Hahne
Lübbe (2018)

128 S.
fest geb.

MedienNr.: 593247
ISBN 978-3-7857-2621-1
9783785726211
ca. 10,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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