Wo der Tag beginnt

Die Archäologin Sophie untersucht Baumzeichungen, die das Volk der Moriori auf einer Insel vor Neuseeland hinterlassen hat. Unter den vielen alten Zeichnungen entdeckt sie eine, die offensichtlich jüngeren Datums ist - und versucht Wo der Tag beginnt deren Geschichte zu ergründen. 200 Jahre zuvor wird die junge Kimi vom Volk der Moriori Zeugin, wie ihr Stamm von einfallenden Maori-Kriegern fast ausgelöscht wird. Sie wird versklavt und misshandelt, bis die Missionarsgattin Ruth aus dem fernen Berlin ihr zur Flucht verhilft. Die Wege der beiden Frauen kreuzen sich mehrmals auf Chatham und Neuseeland und beide müssen lernen, ihr Leben selbstbestimmt zu leben, bevor sie ihr Glück finden können ... - Sarah Lark verwebt diese beiden Erzählstränge zu einem Roman, der sich einem dunklen Kapitel der Neuseeländischen Geschichte widmet. Er ist ebenso flüssig und spannend erzählt wie Larks Neuseeland-Saga ("Im Land der weißen Wolke"), reicht aber an Breite und Detailreichtum nicht an die Vorgänger heran. Die Figuren sind nach einem schlichten Schwarz-Weiß-Schema konstruiert und die Handlung ist vorhersehbar, was Fans der Autorin jedoch kaum stören wird. Eine große Rolle spielt das Thema Religion bzw. christliche Mission und es ist offensichtlich, wie die persönlichen Ressentiments der Autorin in die Geschichte mit einfließen. Wen der religionskritische Grundton und die unrealistisch moderne Gesinnung der Protagonistinnen nicht stören, wird hier solide unterhalten.

Vanessa Görtz-Meiners

Vanessa Görtz-Meiners

rezensiert für den Borromäusverein.

Wo der Tag beginnt

Wo der Tag beginnt

Sarah Lark
Lübbe (2019)

654 S. : Kt.
fest geb.

MedienNr.: 597900
ISBN 978-3-7857-2643-3
9783785726433
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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