Das Museum der Weltkulturen

Während für das neu zu eröffnende Berliner "Humboldt-Forum" noch ein Sammlungs-Konzept erarbeitet wird, werden in diesem großformatigen Kunst-Buch künstlerische und kunsthandwerkliche Gegenstände aller Kulturen versammelt. Das Museum der Weltkulturen Zwischen den Gattungen wird kein Unterschied gemacht, denn bei vielen Objekten kann man ihre ursprüngliche Funktion nur erahnen: seien es Gegenstände des täglichen Gebrauchs, seien es Objekte von höchster kultischer Verehrung. Die älteste Arbeit, ein Faustkeil, datiert auf etwa 700.000 v.Chr., die jüngste, eine polynesische Stabgottheit stammt aus dem vorigen Jahrhundert. Der zeitliche Bogen ist also weit gespannt und ebenso weit ist der kulturelle Horizont, der hier erschlossen wird. "Ausstellungs-"Objekte aus Afrika, Amerika, Asien, Europa, dem Nahen Osten und aus Ozeanien werden kapitelweise vorgestellt. Ein informativer Einführungstext (der "Saaltext") öffnet die Tür in den jeweiligen Kulturraum, der von 5 bis 8 Stücken vertreten wird. Die abgebildeten Objekte sind nach fotografischen Vorlagen in zurückhaltender Farbgebung gemalt und gezeichnet. Diese Behandlung baut einer möglichen hierarchischen Präsentation vor: die Büste der Nofretete ist dem Faustkeil in ihrer innovativen Kraft ebenbürtig. Das Gesamtkonzept ist also stimmig, die Gestaltung bildet die Idee des Museums der Weltkulturen ab. - Ein großartiges Kunstbuch, das die eurozentrische Perspektive verlässt und deshalb viel interessanten Lern-Stoff bereithält.

Dominique Moldehn

Dominique Moldehn

rezensiert für den Borromäusverein.

Das Museum der Weltkulturen

Das Museum der Weltkulturen

Ill. von Richard Wilkinson. Text von Jo Nelson
Prestel (2015)

95 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.

MedienNr.: 584045
ISBN 978-3-7913-7237-2
9783791372372
ca. 9,99 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 9
Systematik: KGe
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