Wilhelmine von Bayreuth

Wilhelmine, die "Lieblingsschwester" ihres königlichen Bruders, Friedrichs II. von Preußen, war nicht nur eine hochgebildete Frau von erlesenem kulturellen Geschmack, die als Markgräfin das unscheinbare Bayreuth zu einem Wilhelmine von Bayreuth glanzvollen Hof umzugestalten wusste. Sie war, und darauf legt dieses Buch besonderen Wert, eine politische Akteurin ersten Ranges, die ihre innenpolitischen Gegner zu neutralisieren und durch ein geschicktes Lavieren zwischen Frankreich und Preußen ihren kostspieligen Hof und ihr kulturelles Engagement zu finanzieren verstand. Wir erleben sie als Mäzenin, die sich als Königstochter nicht mit dem eher bescheidenen Stand einer Markgräfin begnügen wollte; als Politikerin, die Preußen und ihrem Bruder innig verbunden war, aber auch die Gefährlichkeit von dessen Politik klar durchschaute; als skeptizistische, mitunter sogar nihilistisch anmutende aufgeklärte Fürstin, die u.a. mit Voltaire korrespondierte, sich aber auch belanglosen Rangstreitigkeiten nahezu hingeben konnte; und schließlich lernen wir sie auch als Frau kennen, die um die Liebe ihres Mannes und gegen festgezurrte Rollenbilder auch um ihre Bildung und Geltung kämpfen musste. Dem Autor gelingt es, nicht nur einzelne Facetten dieser so vielschichtigen Persönlichkeit zu vermitteln, sondern sie in ein erhellendes Gesamtbild Wilhelmines und ihrer Zeit einzubringen.

Richard Niedermeier

Richard Niedermeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Wilhelmine von Bayreuth

Wilhelmine von Bayreuth

Günter Berger
Pustet (2018)

240, VIII S. : Ill. (überw. farb.)
fest geb.

MedienNr.: 891816
ISBN 978-3-7917-2820-9
9783791728209
ca. 24,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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