Franziska von Hohenheim

Im Frühjahr 1769 begegnen sich Franziska von Leutrum (1748-1811) und Herzog Carl Theodor von Württemberg (1728-1793) auf einer Gesellschaft im Kurbad Wildbad - die unglücklich verheiratete pietistisch gesinnte junge Frau aus verarmtem Franziska von Hohenheim Adel und der zwanzig Jahre ältere despotische, verschwendungssüchtige Frauenheld, katholischer Landesfürst, dessen Gattin nach kurzer Ehe zu ihren Verwandten, den Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth geflüchtet war. Es ist der Beginn einer lebenslangen Liebe und Partnerschaft: Franziska verlässt den ungeliebten Gemahl, wird offizielle Mätresse des Fürsten, der 1774 ihre Erhebung zur Reichsgräfin von Hohenheim veranlasst und sie 1785 heiratet. Die Ehe wird erst 1791 vom Papst anerkannt und damit endgültig legitimiert. Dieser geradezu romanhafte Aufstieg vom armen Landedelfräulein zur Herzogin von Württemberg, die wegen ihres mäßigenden Einflusses auf ihren späteren Gemahl und ihres offenen, ehrlichen und wohltätigen Charakters sehr populär wurde, auch weil sie keine politischen oder finanziellen Ziele verfolgte, beruht auf einer Beziehung, die alle gesellschaftlichen und konfessionellen Hindernisse überwand und erst mit dem Tod beider Partner endete. - Das einfühlsame und nicht zuletzt durch viele Zitate (leider ohne Quellenangaben) aufgelockerte Lebensbild zweier ungewöhnlicher Menschen liest sich geradezu spannend.

Hans Jürgen Schubert

Hans Jürgen Schubert

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Franziska von Hohenheim

Franziska von Hohenheim

Jürgen Walter
Stieglitz-Verl. (2010)

171 S. : Ill. (überw. farb.)
fest geb.

MedienNr.: 347196
ISBN 978-3-7987-0405-3
9783798704053
ca. 18,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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