Die ersten Suchmaschinen

Das Buch geht auf die Habilitationsarbeit des österreichischen Historikers A. Tantner zurück, der sie für diese Veröffentlichung überarbeitet und gekürzt hat. Im Zentrum stehen keine Maschinen, wie es der Titel suggeriert, sondern Die ersten Suchmaschinen Adressbüros, die auch Fragämter oder Intelligenz-Comptoirs genannt werden. Erste Vorschläge zu solchen Auskunfts- und Vermittlungsbüros gibt es von dem französischen Philosophen Michel der Montaigne aus dem Jahr 1595. 1630 eröffnete dann in Frankreich Théophraste Renaudot das "Bureau d'adresse", damit in erster Linie Arme Adressen für ihre Bedürfnisse fänden. Weitere Adressbüros gab es dann erst in der zweiten Hälfte des 17. Jh. In England gab es ähnliche Einrichtungen ab 1611, so das "Publicke Register for generall Commerce" des Dichters und Übersetzers Sir Arthur Gorges. Aus dem deutschsprachigen Bereich sind das Wiener "Fragstuben"-Projekt des Johannes Angelus de Sumaran und Wilhelm von Schröders "Intelligentz-Werck" als erste zu erwähnen. Die Angebote der Adressbüros waren dabei durchaus unterschiedlich, es ging aber meist um die Vermittlung von Arbeit, Immobilien, Hausmädchen und Gegenständen vielfältigster Art. So kann man sagen, dass dies die Anfänge der modernen Informations- und Kommunikationstechnik per Computer sind. - Größeren Büchereien für einen historisch interessierten Leserkreis empfohlen.

Michael Mücke

Michael Mücke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die ersten Suchmaschinen

Die ersten Suchmaschinen

Anton Tantner
Wagenbach (2015)

173 S.
fest geb.

MedienNr.: 788823
ISBN 978-3-8031-3654-1
9783803136541
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ha
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