1866

Am 3. Juli 2016 jährt sich zum 150. Mal die "Schlacht von Königgrätz": Preußen schlug Österreich und das verbündete Sachsen. Damals errang Preußen die Vorherrschaft und ebnete den Weg zum Deutschen Kaiserreich. Es 1866 war aber auch das Ende des Traums von einer großdeutschen Einheit, was Österreich als "brutalen Ausschluss aus Deutschland" empfand. Der Militärhistoriker Klaus-Jürgen Bremm legt hier eine umfassende, sehr detailreiche Entwicklungsgeschichte des Deutschen Reichs im 19. Jh. vor, beginnend mit dem Deutschen Bund 1815 und endend mit der Neugestaltung Mitteleuropas nach den Auseinandersetzungen 1866. Friedliche Lösungen schienen damals nicht möglich - oder dachten die, die jeweils die Macht hatten, einfach nicht in diesen Kategorien? Immer wieder aufflackernde kriegerische Auseinandersetzungen ersetzten jeweils Diplomatie und Friedenskonferenzen, die nicht vor, sondern immer erst nach den brutalen Kriegen einberufen wurden, meist von den Militärs, die nach militärischen Gesichtspunkten vorgingen und nie langfristig dachten und planten. Bremm macht immer wieder deutlich, wie das Ende eines Kriegs bereits der Beginn neuer Auseinandersetzungen zwischen den Nationalstaaten war, weil die Sieger sich in den Friedensverhandlungen nicht Mäßigung auferlegten, sondern ihre jeweiligen Gegner zu demütigen trachteten. - Ein Buch, das das Wissen um eine wesentliche geschichtliche Dimension Deutschlands erweitert, ab mittleren Beständen empfohlen.

Armin Jetter

Armin Jetter

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

1866

1866

Klaus-Jürgen Bremm
Theiss (2016)

312 S. : Ill., Kt.
fest geb.

MedienNr.: 585476
ISBN 978-3-8062-3287-5
9783806232875
ca. 24,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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