Der letzte Überlebende

Das bislang beschauliche Leben des 13-jährigen jüdischen Polen Sam (eigentlich: Szlamek) Pivnik in der Stadt Bedzin (Schlesien) wird 1939 zu einer einzigen Flucht vor den Verfolgungen durch das Regime des Nationalsozialismus, dessen Der letzte Überlebende Vertreter im Verlauf des Zweiten Weltkriegs den Juden das Leben durch fortwährende Schikanen immer schwerer machen. Anders als seine Familie überlebt Sam Pivnik jedoch diese schweren Jahre, schwebt insgesamt 14 Mal in Lebensgefahr, entrinnt dem Tod aber jedes Mal - man möchte es kaum glauben - im letzten Augenblick: so etwa auf dem Todesmarsch nach Auschwitz, in dem Moment, als Mengele ihn dort um ein Haar der Vernichtung preisgibt, bei der Bombardierung der "Cap Arcona" durch die Royal Air Force. So kann Sam Pivnik, der nach dem Krieg nach Israel emigriert und heute in England lebt, an seinem Lebensabend mit über 90 Jahren auf eine bewegte, oft fürchterliche eigene Geschichte zurückblicken und diese in einer umfassenden, spannenden Autobiographie verarbeiten und bewältigen, die zu lesen sich lohnt, wenngleich die allgegenwärtige Düsternis manchmal fast unerträglich wird. - Die Zeitzeugen der vielen unsäglichen Verbrechen der totalitären Epoche innerhalb und abseits des Krieges sterben langsam aus, Sam Pivnik hinterlässt noch rechtzeitig eine Erinnerung in Buchform, die wohl keinen unberührt lässt.

Martin Niedermeier

Martin Niedermeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der letzte Überlebende

Der letzte Überlebende

Samuel Pivnik
Theiss (2017)

280, [16] S. : Ill., Kt.
fest geb.

MedienNr.: 854946
ISBN 978-3-8062-3478-7
9783806234787
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi, Ge
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