In Liebe, dein Sandro

Als Zvi Yanai im Jahr 2004 in einer Fachzeitschrift zufällig einen Artikel des Wissenschaftlers Romolo Benvenuti liest, kommt ihm ein absurder Gedanke: Dieser emeritierte Professor, der in Rom lebt, könne sein verschollener Bruder In Liebe, dein Sandro sein. Denn Zvi Yanai, der heute in Israel lebt, heißt ursprünglich Sandro Toth und wurde als Sohn einer österreichischen Tänzerin und eines ungarischen Sängers in Italien geboren. Sandro hat noch drei Geschwister, zwei Schwestern und einen Bruder. Letzterer wuchs jedoch nicht zusammen mit seiner Familie auf, sondern wurde aus unbekannten Gründen bei einer Pflegefamilie gelassen, später sogar für tot erklärt. Zvi Yanai schreibt Romolo Benvenuti und die zunächst vage und absolut unwahrscheinliche Vermutung wird zur Gewissheit: Zvi und Romolo sind Brüder. Es entwickelt sich ein intensiver Briefwechsel, im Zuge dessen Zvi Romolo und dem Leser seine Familiengeschichte erzählt, sein tragisches Schicksal, das auch das Schicksal Romolos gewesen wäre, hätte dieser nicht das zweifelhafte Glück gehabt, von seiner Familie verstoßen worden zu sein. Denn Zvis Eltern sind nicht miteinander verheiratet und führen ein unstetes Nomadenleben, das sie von einer italienischen Stadt in die nächste führt. Das einzige Dokument, das die Familie besitzt, ist die Geburtsurkunde der Mutter, die diese als Jüdin ausweist... - Die Geschichte, die Zvi Yanai in den Briefen an seinen Bruder erzählt, ist bewegend und außergewöhnlich. Allen Büchereien uneingeschränkt zu empfehlen.

Stefanie Brösigke

Stefanie Brösigke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

In Liebe, dein Sandro

In Liebe, dein Sandro

Zvi Yanai
Krüger (2009)

364 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 309069
ISBN 978-3-8105-2210-8
9783810522108
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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