Ashland & Vine

Sommer 1999: Kate, Studentin, lebt zusammen mit ihrem Freund Laurits, Filmemacher, in einer kleinen Stadt in Virginia. Die beiden diskutieren oft über die vergessene Geschichte Amerikas, langweilen sich, nehmen Drogen und trinken Ashland & Vine entschieden zu viel Alkohol. Als Laurits Kate für eines seiner Projekte mit Interviews beauftragt, bei denen sie sich von Bewohnern des Ortes ihre Lebensgeschichte erzählen lassen soll, trifft sie auf die knapp siebzigjährige Jean Culver. Bei ausgedehnten Spaziergängen erzählen sich die beiden Frauen ihre Lebensgeschichte und schauen der Vergangenheit mit all ihren Verlusten ins Auge. Als Laurits von dubiosen Geschäftspartnern umgebracht wird, zieht Kate in das große Haus von Jean. An der Seite der lebenserfahrenen Jean findet sie wieder zu sich, erkennt, dass der einzig lohnenswerte Besitz nicht Geld oder Erfolg, sondern Zeit ist. - In seinem neuesten Roman widmet sich John Burnside dem Thema persönliche Suche nach dem Glück und den damit verbundenen enttäuschten Hoffnungen, vor allem wegen der Verluste geliebter Menschen. Daneben geht es ihm um Amerikas verdrängte Traumata, von der Kommunistenjagd der McCarthy-Ära über die erstarkende Bürgerrechtsbewegung bis zum Vietnam-Krieg. Das anspruchsvolle Gesellschaftsbild und berührende, eindringliche Porträt zweier Frauen ist allen Büchereien sehr empfohlen. (Übers.: Bernhard Robben)

Günther Freund

Günther Freund

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ashland & Vine

Ashland & Vine

John Burnside
Knaus (2017)

412 S.
fest geb.

MedienNr.: 591999
ISBN 978-3-8135-0461-3
9783813504613
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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