Aus dem Nichts

An einem regnerischen Novemberabend ist der Polizist Jack auf dem Heimweg vom Feierabendbesuch im Pub. An einer Haltestelle überholt er einen Bus und wie "aus dem Nichts" taucht die 13-jährige Laura in ihrer blauen Schuluniform Aus dem Nichts vor seinem Wagen auf. Ein tragischer Unfall, bei dem Laura noch an der Unfallstelle stirbt und an dem Jack offiziell keine Schuld trägt. Aber er gibt sich die Schuld, wird krank, dienstunfähig, verliert den Kontakt zu seiner Familie. Lauras Vater vergräbt seinen Schmerz in Hass und Wut, sinnt auf Rache. Lisa, Lauras Mutter, dagegen versucht weiterzuleben trotz der Verzweiflung und Schuld, die sie sich gibt, dass sie nicht bei Laura war, als sie im Sterben lag, dass nicht sie es war, die sie hielt. Das Leben aller gerät aus den Fugen. Schuld, Vergebung, Mitgefühl, Verständnis und verzweifelter Schmerz bestimmen beide Familien. Jack führen die Depressionen in eine Therapie, die ihn auch seine Herkunft und alte Vaterkonflikte hinterfragen lassen. Lisa findet Aufnahme in einer Trauergruppe. So liegen in Therapie, Trennungen und den Versuchen, die Scherben des eigenen Lebens neu zusammenzusetzen, erste Schritte hin zu Versöhnung - zwar nicht im alten Leben aber "am Rande eines neuen Lebens", wie Lisa am Ende des Buches sagt (S. 314). - Eine ruhige, sehr berührende Geschichte, die das erste Jahr nach dem Unfall umfasst, abwechselnd aus der Sicht von Lisa und Jack erzählt wird und den Leser weit in die Gefühlswelt der Figuren mitnimmt, ihn teilhaben lässt an Verzweiflung und Rettungsversuchen. (Übers.: Beatrice Howeg)

Sabine Schaefer-Kehnert

Sabine Schaefer-Kehnert

rezensiert für den Borromäusverein.

Aus dem Nichts

Aus dem Nichts

Elizabeth Diamond
Bloomsbury (2009)

317 S.
fest geb.

MedienNr.: 563120
ISBN 978-3-8270-0823-7
9783827008237
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.