Der neue Antisemitismus

Das Attentat in einer Pittsburgher Synagoge Ende Oktober 2018 mit elf Todesopfern, der Mord an einer französischen Holocaust-Überlebenden sowie tätliche Angriffe auf Kippaträger in Berlin zeigen in aller Deutlichkeit, dass der Der neue Antisemitismus Judenhass in den westlichen Gesellschaften zunimmt. Die renommierte US-amerikanische Holocaust-Forscherin Deborah Lipstadt, die in diesem Jahr mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis ausgezeichnet wurde, spürt dem heutigen Antisemitismus in allen seinen Facetten nach. Da geht es um eine Typologie des Antisemiten (vom Extremisten bis zum Ahnungslosen), um die Rationalisierung des Bösen (z.B. Relativierung islamistisch motivierter Übergriffe), um verschiedene Stufen der Holocaustleugnung und um die Gratwanderung zwischen Israel-Verteufelung und legitimer Israelkritik. Das Buch ist als fiktiver E-Mail-Austausch zwischen der Autorin, einer jüdischen Studentin und einem nichtjüdischen Dozenten konzipiert, was der Lesbarkeit zugutekommt. Es versteht sich als Weckruf gegen Hass und Intoleranz, die unsere freiheitliche Grundordnung bedrohen. - Diese kompetente und umfassende Analyse eines sehr aktuellen und relevanten gesellschaftlichen Problems wird wärmstens empfohlen und sollte wenigstens in größeren Beständen unbedingt vorgehalten werden.

Johann Book

Johann Book

rezensiert für den Borromäusverein.

Der neue Antisemitismus

Der neue Antisemitismus

Deborah Lipstadt
Berlin-Verl. (2019)

303 S.
fest geb.

MedienNr.: 595948
ISBN 978-3-8270-1340-8
9783827013408
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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