Gustaf Gründgens

Gustaf Gründgens Nachruhm basiert vor allem auf seiner Interpretation des Mephisto aus Goethes "Faust". Rund 600-mal hat er diesen Part gespielt oder öffentlich rezitiert. Die Gründgens-Biografie des Theaterwissenschaftlers Thomas Gustaf Gründgens Blubacher fasst Lebensbeschreibung und künstlerisch-ästhetische Einordnung gekonnt zusammen. Es wird deutlich, dass Gründgens, obwohl sein Schaffen weit über den Mephisto hinausreichte, häufig zu dieser Rolle zurückkehrte. - Das kleine, gleichzeitig reich illustrierte Buch erscheint in der Reihe "Hamburger Köpfe". Der Autor legt den Schwerpunkt auf jene zwei Zeiträume, in denen Gründgens in der Hansestadt tätig war: Zunächst als Schauspieler im Rollenfach des "Jugendlichen Bonvivants" an den Kammerspielen, wo er auch erste Schritte als Regisseur machte (1923-25), später als Direktor des Deutschen Schauspielhauses (ab 1955). Von besonderem Interesse ist die viel diskutierte Frage, ob Gründgens sich von 1933-45 als Karrierist den Nationalsozialisten angedient oder für bedrohte Kollegen/innen eingesetzt hat. Damit verknüpft ist eine Betrachtung von Gründgens Homosexualität, die ihn selbst ins Fadenkreuz der Nazis rückte.

Thomas Völkner

Thomas Völkner

rezensiert für den Borromäusverein.

Gustaf Gründgens

Gustaf Gründgens

Thomas Blubacher. Hrsg. von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius
Ellert & Richter (2011)

Hamburger Köpfe
160 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 568722
ISBN 978-3-8319-0431-0
9783831904310
ca. 14,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Mu
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