Der Sturz des Friedrich Voss

In diesem Roman wird das Leben der Arztfamilie Voss über einen Zeitraum von 50 Jahren geschildert. Der begnadete Chirurg Friedrich Voss hat dank seines Könnens und des richtigen Parteibuchs eine steile Karriere in einem nicht näher Der Sturz des Friedrich Voss genannten Ort an der Ostsee gemacht. Obwohl seine Tüchtigkeit allseits anerkannt wird, erregt seine zunehmende Selbstherrlichkeit Widerstand und Unmut bei seinen Kollegen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass ihm hinter vorgehaltener Hand eine enge Verbindung zu hohen SED-Funktionären nachgesagt wird. Der Mauerfall verändert das Leben des erfolgsverwöhnten Krankenhausdirektors schlagartig. Wegen des nun öffentlich gemachten Vorwurfs, er habe mit der Stasi zusammengearbeitet, wird ihm wenige Monate nach der Wiedervereinigung fristlos gekündigt. Der 58-jährige Mediziner sieht daraufhin keinen Ausweg mehr und erschießt sich in der Garage seines Hauses. - Anhand von Berichten und Erinnerungen von Familienangehörigen, Freunden, Mitarbeitern, aber auch Neidern, versucht der Autor ein Bild des problematischen Charakters des Chirurgen zu erstellen und gleichzeitig das Leben in der damaligen DDR zu schildern. Er überlässt es dabei dem Leser zu entscheiden, ob es sich bei Friedrich Voss um einen Mitläufer oder ein Wendeopfer handelt.

Edith Schipper

Edith Schipper

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der Sturz des Friedrich Voss

Der Sturz des Friedrich Voss

Ralph Hammerthaler
DuMont (2010)

238 S.
fest geb.

MedienNr.: 327006
ISBN 978-3-8321-9540-3
9783832195403
ca. 18,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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