Der versperrte Weg

Erich Goldschmidt wird 1924 als Sohn eines Oberlandesgerichtsrats in Reinbek bei Hamburg geboren. Die vormals jüdische Familie war im 19. Jh. zum Protestantismus konvertiert. Erich, ein Kind später Eltern, wächst behütet und verwöhnt Der versperrte Weg auf. Als vier Jahre später ein Bruder geboren wird, fühlt er sich in seinem Schatten. In der Schule glänzt er durch hervorragende Noten und ist stolz darauf, ein Deutscher zu sein. Mit Entsetzen erlebt er das Berufsverbot des Vaters und seinen Verweis vom Gymnasium. Die Eltern schicken beide Kinder zuerst nach Italien und später in ein Internat nach Frankreich. Erich ist hin- und hergerissen zwischen seinem Stolz und Hass auf Deutschland. Er fühlt sich nicht als Jude und gerät in eine Identitätskrise. Als der freie Süden sich zur Auslieferung auf Verlangen verpflichtet, schließt sich der Abiturient der Résistance an. Der jüngere Bruder wird bei einem Bauern versteckt. An der Seite der Amerikaner befreit Erich Paris und fällt nach dem Krieg in ein Loch. Er beginnt ein Jurastudium und meldet sich schließlich zur Fremdenlegion. - Der Schriftsteller und Übersetzer Georges-Arthur Goldschmidt versucht, sich in diesem kleinen, für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman seinem älteren Bruder zu nähern. Aus der Perspektive des Bruders schildert er nicht nur die Sicht auf den Jüngeren, sondern auch die Unmöglichkeit, angesichts von Flucht, Vertreibung und dem Verlust der Muttersprache einen Platz und eine Identität in der Welt zu finden. Lesenswert!

Susanne Emschermann

Susanne Emschermann

rezensiert für den Borromäusverein.

Der versperrte Weg

Der versperrte Weg

Georges-Arthur Goldschmidt
Wallstein Verlag (2021)

111 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 985428
ISBN 978-3-8353-5061-8
9783835350618
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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