Jeden Morgen weckt mich das Licht

Viele Menschen resignieren im Alter. Sie spüren, wie die Kräfte schwinden, wie Krankheiten ihnen zusetzen, wie Freunde versterben und "verkriechen" sich deshalb. Andere, die auch Defizite verspüren, möchten dies durch Jeden Morgen weckt mich das Licht erhöhte Aktivitäten ausgleichen. Aus Angst, etwas zu verpassen, gönnen sie sich keine Ruhe. Dieses Buch will alten Menschen Mut machen, dem Alter entsprechend, frohgemut zu leben. Der Autor spricht von der "Lebenskunst", der "ars vivendi". (S.22) Auch derjenige, der spürt, dass unwiderrufliche Versäumnisse ihn plagen, soll versuchen, sich ohne Furcht und Bitterkeit in seinen Grenzen zu bewegen. Es bleibt doch immer Zeit, gut zu sein und vor allem dankbar für jeden neu geschenkten Tag. Der Mensch hat sich in jeder Lebensphase nach der Wirklichkeit zu richten, denn diese richtet sich nicht nach ihm! Das Alter kann sinnvoll gelebt werden, solange dem Menschen die Neugier nicht abhanden kommt. Interesse an den Mitmenschen und deren Wohlergehen ist lebensnotwendig. Auch, wenn die Jugend im Vollbesitz ihrer Möglichkeiten ist, und der alte Mensch nur mehr das Wissen des Realisierten und tatsächlich Realisierbaren hat, so braucht er nicht neidisch zu sein. Das schmerzliche Einsehen der Fehler mit der Gewissheit, sie nie mehr korrigieren zu können, führt zu Abgeklärtheit und einer Weisheit, von der junge Menschen durchaus profitieren können. Am Ende gelangt der einsichtige alte Mensch zu einer inneren Ruhe und Gelassenheit, die ihm zum Durchgang in eine andere Daseinsstufe verhilft. Ein positives Buch für die Bewältigung des Alters, mutmachend auch für jüngere Menschen.

Margrit Diekmann

Margrit Diekmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Jeden Morgen weckt mich das Licht

Jeden Morgen weckt mich das Licht

Erich Kock
Topos (2009)

Topos-Taschenbücher ; 678
96 S.
kt.

MedienNr.: 311208
ISBN 978-3-8367-0678-0
9783836706780
ca. 9,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Fa
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