Unterwegs zu sich selbst

Viele Menschen erleben zwischen 30 und 40 eine Midlife-Crisis. Das komme nicht von ungefähr, meint der evangelische Theologe Gerhard Wehr. Jahrelang unterwerfe sich der Mensch äußeren Zwängen, um vorwärts zu kommen. In der Mitte Unterwegs zu sich selbst des Lebens spüre er aber, dass etwas auf der Strecke geblieben sei. Viele würden deshalb depressiv. Wehr zeigt auf Basis der von C. G. Jung beeinflussten Tiefenpsychologie Wege, wie die Herausforderungen der Lebensmitte gemeistert werden kann. Dazu ist in seinen Augen eine Reise nach innen, in das unbekannte Land des Unterbewusstseins erforderlich, zu der er zahlreiche Anregungen gibt. Dabei lehnt Wehr sich auch stark an christliche Lehren an, kritisiert aber im gleichen Atemzug das kirchlich verfasste Christentum und betont stark die Notwendigkeit einer persönlich praktizierten Religiosität. Er beruft sich dabei auf Paulus, der in der Lebensmitte seinen alten Weg verlassen und sich neu orientiert habe. - Ein hochinteressantes, anspruchvolles Buch, das mit großer Aufmerksamkeit gelesen werden will. Wer sich an Wehrs Kirchenkritik und seiner scharfen Unterscheidung zwischen veräußerlichter Religion und verinnerlichter Religiosität nicht stört, kann es mit Gewinn lesen.

Margrit Diekmann

Margrit Diekmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Unterwegs zu sich selbst

Unterwegs zu sich selbst

Gerhard Wehr
Topos plus (2009)

topos-taschenbücher ; 704
150 S.
kt.

MedienNr.: 318787
ISBN 978-3-8367-0704-6
9783836707046
ca. 9,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Fa
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