Gertrude grenzenlos

Eines Tages kommt ein neues Mädchen in Inas Klasse - Gertrude. Schon der Name fällt in der DDR aus dem Rahmen und gibt Raum für Lästereien. Und weil das Mädchen auch noch erkennbar Westkleidung trägt und außerdem die Tochter Gertrude grenzenlos eines staatsfeindlichen Dichters ist, wird sie systematisch ausgegrenzt. Trotzdem werden die beiden Mädchen allerbeste Freundinnen. Durch diesen Kontakt erfährt Ina viel über das Leben in der Welt und als Gertrudes Familie ausreisen darf, ist das für die beiden Mädchen ein Grund zum Trauern und zur Freude. Das Hörbuch entführt den Hörer in eine heute kaum noch vorstellbare Zeit. Man merkt, dass die 1972 geboren Autorin ihre Kindheit und Jugend in der DDR verbracht hat, denn die Erzählung ist sehr authentisch. Sie wirft die Frage auf, was Freundschaft wirklich bedeutet und wie man sich wohl in einer solchen Lage selbst verhalten hätte. Die Geschichte ist ein Blick auf die Kindheit in der DDR, wie sie tatsächlich hätte sein können. Judith Burger erzählt authentisch und lässt viele Themen mit einfließen: da ist einerseits der sehnsüchtige Blick in den Westen und gleichzeitig die Angst davor, aus der Menge herauszustechen. Im beiliegenden ausführlichen Glossar werden Begriffe erklärt und auch, wo die Wirklichkeit nicht mit der fiktiven Geschichte übereinstimmt. Natalia Belitski liest die Geschichte sehr ansprechend, die Lieder runden den guten Gesamteindruck ab. Das Hörbuch kann auch als "Aufhänger" für Gesprächskreise genommen werden, denn die grundlegenden Themen sind auch heute noch aktuell. Für alle Büchereien sehr zu empfehlen.

Leoni Heister

Leoni Heister

rezensiert für den Borromäusverein.

Gertrude grenzenlos

Gertrude grenzenlos

Judith Burger. Gelesen von Natalia Belitski
Sauerländer audio (2018)

4 CD (ca. 294 Min.)
CD

MedienNr.: 592864
ISBN 978-3-8398-4911-8
9783839849118
ca. 16,95 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 9
Systematik: K
Diesen Titel bei der ekz kaufen.