Sieben Stunden im April

Ein Buch als Therapie schreiben - das gibt es öfters. Doch selten wird dies so unverblümt von vornherein zugegeben und dann auch konsequent durchgezogen wie in dieser erschütternden Dokumentation. Die Vergewaltigung der Gefängnispsychologin Sieben Stunden im April - der Autorin - ging durch die Medien, und natürlich kommen die Stunden der Todesangst auch vor, gefasst in eine kurz nach der Tat geschriebene "Gedächtnisstütze". Vor allem erzählen kleine, aber wichtige Episoden in eingängiger und präziser Sprache vom Überleben nach dem Martyrium, von der schwierigen Akzeptanz als Opfer, von der Qual, in den normalen Alltag (beispielsweise in einem Supermarkt) zurückzufinden und sich zurechtzufinden in der Partnerschaft und Familie, zurechtzukommen mit den Reaktionen der Umwelt. Es ist wohl kein Zufall, dass die kurzen Geschichten, die immer durch einen roten Faden assoziativ zusammenhängen, immer das Verb "macht/machen" im Titel haben: Das Überleben hängt daran, selbst aktiv zu werden und nichts passiv mit sich machen zu lassen! - Ein sehr authentisches, ergreifendes, aber auch ermutigendes Buch - absolut zu empfehlen!

Susanne Elsner

Susanne Elsner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Sieben Stunden im April

Sieben Stunden im April

Susanne Preusker
Patmos (2011)

160 S.
fest geb.

MedienNr.: 351982
ISBN 978-3-8436-0038-5
9783843600385
ca. 17,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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