Islam in der Krise

Die Hauptthese des Buches weicht vom Mainstreamdenken in Europa ab. Denn Blume zufolge ist der Islam alles andere als eine starke expandierende Religion, sondern eine, die sich eher im Rückzug befindet. Er bestreitet auch, dass der Islam in der Krise Islam durch den Weg des Geburtenüberschusses in islamisch geprägten Ländern oder islamischen Bevölkerungsschichten Verbreitung erfahren würde. Der mit einer Muslimin verheiratete Theologe unterstreicht, dass auch in islamischen Nationen die Geburtenraten stark zurückgehen würden. Die Geburtenraten einer Nation würden unabhängig von der dominanten Religion abstürzen, sobald der Wohlstand wächst (S. 132). Um zur Überwindung der Krise in der islamischen Welt beizutragen, sei neben der Förderung einer Wissens- und Bildungskultur vor allem wichtig, den Öl- und Gasverbrauch zu reduzieren (S. 148). Damit würde man Diktaturen und Terrorgruppen schwächen. Wirtschaftlicher Aufschwung für die Allgemeinheit und nicht nur autoritäre Eliten wäre möglich und damit auch wachsende Mitbestimmungsrechte von Steuerzahlenden und überhaupt mehr Freiheit. Fazit: Ein interessantes Buch mit einer gut begründeten vom Mainstream abweichenden Kernaussage, leicht zu lesen, nicht wissenschaftlich überfrachtet, aber doch ausreichend fundiert.

Markus John

Markus John

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Islam in der Krise

Islam in der Krise

Michael Blume
Patmos-Verl. (2017)

191 S.
fest geb.

MedienNr.: 864749
ISBN 978-3-8436-0956-2
9783843609562
ca. 19,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re, So
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