Mach mal halblang

Soziale Netzwerke bieten so viele Chancen und machen so viel Spaß. Sie können aber auch Abhängigkeiten schaffen und für Angst, Frust und Enttäuschung sorgen. Denn neben der Vernetzung geht es auch um permanente Selbstdarstellung, Mach mal halblang Präsenz und das Risiko des Nichtgefallens bzw. der Abwertung durch Kritik, Beleidigungen, etc. Der britische Autor Matt Haig ist ein großer Anhänger von Social Media gewesen, bis er irgendwann sein Leben davon bestimmt sah. Er verbrachte mehr Zeit mit virtuellen Freunden als mit realen Menschen und gierte nach Likes. Und man könnte ja auch etwas verpassen. Gleichzeitig ist Haig seit etlichen Jahren psychisch krank und neigt zu Angstzuständen. Das ist weder besonders schön, noch lassen sich damit besonders viele Likes einsammeln. Die Anonymität des Internets macht es dagegen immer einfacher, Personen zu "quälen", die schon am Boden liegen und um Hilfe bitten. Letztlich ist Haigs Buch ein Plädoyer der Rückbesinnung auf klassische Werte des Zusammenlebens, das den Menschen an sich und nicht dessen Zerrbild oder Idealtyp in den Focus stellt. Die Lesung von Christoph Maria Herbst ist kongenial und schafft es, den nicht immer einfachen Stoff humorvoll zu vermitteln, ohne die vielfältigen Sinneseindrücke der Krankheit auch nur beschönigen zu wollen. Eine sehr hörenswerte Produktion, die einlädt, sich kritisch mit den "Errungenschaften" sozialer Medien zu beschäftigen und vor "falschen Freunden" und "Hatern" warnt.

Felix Stenert

Felix Stenert

rezensiert für den Borromäusverein.

Mach mal halblang

Mach mal halblang

Matt Haig; gelesen von Christoph Maria Herbst ; aus dem Englischen von Sophie Zeitz
der Hörverlag

1 mp3-CD (circa 343 min)
mp3-CD

MedienNr.: 596339
ISBN 978-3-8445-3326-2
9783844533262
ca. 14,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ps
Diesen Titel bei der ekz kaufen.
Titel der Ausgabe:
Auszeichnung: