Unsichtbar in der großen Stadt

Schon die ersten beiden Doppelseiten stimmen ein auf die Stimmung, die fast bis zum Schluss das Bilderbuch beherrscht: düster, grau, nur hin und wieder ein Farbklecks. Das Profil eines Jungen ist zu sehen. Er durchquert im Winter Unsichtbar in der großen Stadt die Großstadt auf der Suche nach seiner vermissten Katze. Eine Art Zwiegespräch beginnt. Es richtet sich an die Verschwundene und soll Mut machen. Der Junge beteuert, dass er wisse, wie es ihr allein in der großen Stadt geht, dass dort immer die Hölle los sei, das Tier aber auch genügend Resilienz habe, Gefahren zu umgehen, wie z.B. die drei großen Hunde. Der Fischhändler dagegen, man sieht ihn vor seinem Laden sitzen, sei freundlich und spendiere ihr bestimmt etwas Futter. Gegen Ende wird der Schneefall heftiger, eine schlanke Gestalt taucht auf, wahrscheinlich die Mutter. Sie umarmt den Buben tröstend und der Betrachter kann hoffen, dass die Pfotenspuren auf der allerletzten Seite im Bilderbuch zum Haus der beiden führen. Die Angst und die Hoffnung des Jungen, der seine Katze sucht, diese Emotionen müssen die jungen Betrachter erst einmal aushalten. Der Autor braucht dazu wenig Text und verwendet vorwiegend verhaltene Farben in seinen ausdrucksstarken Bildern. Das Buch ragt aus der Menge heraus, ist preisverdächtig und sollte wegen der Wucht der Ereignisse Kindern erst ab 5 Jahren angeboten werden.

Martina Mattes

Martina Mattes

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Unsichtbar in der großen Stadt

Unsichtbar in der großen Stadt

Sydney Smith ; aus dem Englischen von Bernadette Ott
Aladin (2020)

[48] Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 957661
ISBN 978-3-8489-0176-0
9783848901760
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 5
Systematik: KK
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