Der wahrhaftige Volkskontrolleur

Die Sowjetunion ist groß. Vielleicht viel größer als Pawel Dobrynin sich träumen ließ, als er zum Volkskontrolleur auf Lebenszeit gewählt wurde und von Stund an auf Reisen ist, ausgerüstet mit einer Axt, die ihm seine liebe Der wahrhaftige Volkskontrolleur Frau noch mit zum Abschied gab. Neben ihm ist auch noch ein Engel auf Reisen, der vom Himmel desertiert ist, um herauszufinden, warum noch kein Sowjetbürger an die Himmelspforte geklopft hat. Dieser Engel wird die Wege und Geschichte Dobrynins im gesamten Buch nicht kreuzen. Dennoch begegnen beiden Figuren, ähnlich wie Saint-Exupéries kleinem Prinzen, sehr außergewöhnlichen Menschen mit ungewöhnlichem Zeitvertreib. - Das Buch repräsentiert in seiner Vielfalt an skurrilen Geschichten und Episoden die Weite der Sowjetunion in den dreißiger Jahren des 20. Jh. In der Einfältigkeit Dobrynins spiegelt es die Melancholie und oberflächliche Ergebenheit der ganzen sowjetischen Nation. Kurkow ist ein ebenso bedächtiger und einfühlsamer Erzähler wie seine Hauptperson Pawel ehrlich und rechtschaffen. Humorvoll und liebevoll bis naiv präsentiert er unglaubliche Geschichten in einer unglaublichen Geschichte. Für ausgebaute Bestände. (Übers.: Kerstin Mondschein)

Daisy Liebau

Daisy Liebau

rezensiert für den Borromäusverein.

Der wahrhaftige Volkskontrolleur

Der wahrhaftige Volkskontrolleur

Andrej Kurkow
Haymon-Verl. (2011)

430 S.
fest geb.

MedienNr.: 569884
ISBN 978-3-85218-679-5
9783852186795
ca. 22,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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