Treffen sich zwei

Thomas und Senta laufen sich in einer "aufgeprickelten Augustnacht" (S. 8) in einem Schwulen- und Lesben-Treff in Berlin über den Weg. Es wird nicht viel geturtelt, noch in derselben Nacht muss es Sex sein, und irgendwie Treffen sich zwei sind beide am nächsten Morgen glücklich. Doch ebenso rasch stellen sich Krisensymptome ein, zumal Senta die Frage quält, ob sie schwanger ist. Doch sie ist es nicht, und am Ende wird alles gut. - Natürlich könnte man selbst aus diesen bescheidenen Zutaten eine ansprechende Geschichte erzählen. Aber was hier geboten wird, ist doch eher trivial. Daran ändert auch nichts die aufgesetzte Montagetechnik, die zwar sprachlich manches ironisiert, dafür aber dem Leser gelegentlich lexikalische Belehrungen zumutet, so zum Beispiel und noch dazu in englischer Sprache über den Geschlechtsverkehr zwischendurch, vulgo Quickie ("A quickie works best", S. 186). So versucht der Roman vergebens, Tiefgang vorzutäuschen, letztlich bleibt doch alles ziemlich an der Oberfläche. Immerhin wird durch das (offene) Happy End angedeutet, dass die eigentliche Liebesgeschichte noch gar nicht richtig begonnen hat, so dass dieser Roman nur von den "normalen" (?) Beziehungsverwirrungen moderner Großstadtmenschen erzählt - mal mehr, mal weniger amüsant.

Bernhard Huber

Bernhard Huber

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Treffen sich zwei

Treffen sich zwei

Iris Hanika
Literaturverl. Droschl (2008)

238 S.
fest geb.

MedienNr.: 291325
ISBN 978-3-85420-737-5
9783854207375
ca. 19,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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