In meinem Spanienland

Ein nicht gerade harmonisches Familienleben in einem kleinen Ort an der Donau: Doch eines Tages ist auch noch der Vater einfach so aus dem Leben verschwunden, und die frustrierte Mutter stürzt sich auf andere Liebhaber, während die In meinem Spanienland kleine Tochter Carmen noch weiter in den Hintergrund rücken muss. In ihren Tagträumen bleibt der Vater ein "Spanier", doch die Realität holt das vernachlässigte Kind schnell ein. Das Kind ist Bettnässerin, frisst den Frust in sich hinein, und muss sich von der unausgeglichenen Mutter, die verzweifelt nach der Liebe von Männern sucht, beschimpfen lassen. Der neue Stiefvater hat auch keine Geduld mit dem ungeschickten, dicken Kind, das schrecklich langsam begreift und Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben hat. Während Carmen versucht, sich ein bisschen Anerkennung von ihrer Mutter zu verschaffen, sucht sich Letztere einen neuen Liebhaber in Form des Bankdirektors. Als der Stiefvater das Liebespaar im Abstellraum überrascht, erleidet er einen Herzinfarkt und stirbt. Die heranwachsende Carmen sehnt sich inzwischen auch nach der Liebe von Männern, beginnt ihre Mutter zu verstehen, aber lehnt sich selbst ab. Sie bekommt Essstörungen und beginnt mit Selbstverletzungen. - Beklemmend, wie einsam das kleine Mädchen sich ein bisschen Liebe und Anerkennung suchen muss, während die Mutter genauso unfähig ist, Liebe zu finden oder zu geben, obwohl sie durch ihren attraktiven Körper überall Erfolg hat, besonders unter den Besuchern ihres Wirtshauses. Gekonnt erzählt, aus der Sicht eines Beobachters und parallel dazu, mit den Augen von Carmen, die in bildreicher Sprache ihre meist bedrückenden Erlebnisse verarbeitet.

Lili Aignesberger

Lili Aignesberger

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

In meinem Spanienland

In meinem Spanienland

Gabi Kreslehner
Picus-Verl. (2010)

197 S.
fest geb.

MedienNr.: 329142
ISBN 978-3-85452-649-0
9783854526490
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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