Die Puppe

Mit "Die Puppe" setzt Ibrahim al-Koni, Turareg aus der libyschen Wüste, seine Trilogie fort, die mit "Die verheißene Stadt" (BP 06/306) begonnen hat. Beschrieb er im ersten Band, wie sich ein anfangs noch nomadisierender Stamm für Die Puppe den Bau einer Stadt und damit für die Aufgabe von Traditionen entscheidet, so herrscht nun nach dem Tod des Führers eine gewisse Ratlosigkeit. Das Heiligtum mit seinen sterblichen Überresten reicht zunächst noch als Kristallisationspunkt der Gemeinschaft aus, aber dann setzt sich der Wunsch nach einem neuen Führer durch. An die Stelle der Tradition mit ihren Riten und Prophezeiungen soll aus dem Kreis der Irdischen eine Puppe treten, die mehr repräsentieren soll, als Macht auszuüben. Als der neugewählte Anführer den Erwartungen nicht gerecht wird, ist sein Tod beschlossene Sache. - Im Prozess der Sesshaftwerdung muss sich die Stadt entscheiden, entweder für einen charismatischen Führer oder für die scheinbar freiere Herrschaft der Händler. Ein Roman voller orientalischer Bildhaftigkeit um eine fundamentale gesellschaftliche Frage. (Übers.: Hartmut Fähndrich)

Dietmar Adam

Dietmar Adam

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Puppe

Die Puppe

Ibrahim al-Koni
Lenos-Verl. (2008)

Arabische Literatur im Lenos-Verlag
166 S.
fest geb.

MedienNr.: 288891
ISBN 978-3-85787-389-8
9783857873898
ca. 18,50 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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