Groschenroman

Axel Rudolph wurde 1893 in Köln geboren. Bei seiner weiteren Vita ist der Autor weitestgehend auf biografische Notizen Rudolphs angewiesen, die aber nicht unbedingt und in allen Fällen als Fakten gelten können. Jedenfalls sind hier Groschenroman starke Zweifel angebracht, die Keune auch deutlich äußert. Aber letztendlich geht es ja um die zweite Lebenshälfte des porträtierten Schriftstellers, in der er seine Erfindungsgabe dazu benutzt, Fortsetzungsgeschichten für Zeitschriften zu schreiben. Sehr schnell hat er Erfolg und so kommen die ersten Romane auf den Markt. Durch einen Wettbewerb für Filmideen wird er bekannt und 1933 kommt der erste Film zu dem er das Drehbuch schrieb, "Der Stern von Valencia", in die Kinos. So schreibt er mehr als 50 Abenteuerromane und Krimis, dazu kommen noch viele Drehbücher und Hörspiele, bei denen er sehr oft seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg extrem fantasievoll einbrachte. Mit dem Beginn der Naziherrschaft wurden seine Schriften als moralisch wertlos abgestempelt. Als er dann noch eine Affäre mit der Tochter eines NSDAP-Funktionärs hat, landet er vor dem Volksgerichtshof. Die Anklage auf Wehrkraftzersetzung führte zum Todesurteil, das im Oktober 1944 vollstreckt wurde. - Das Buch zeigt das Leben eines fast vergessenen deutschen Schriftstellers, wobei der Autor manchmal auf Spekulationen angewiesen ist, was aber das Buch erst recht lesenswert macht.

Gerd Fleder

Gerd Fleder

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Groschenroman

Groschenroman

Martin Keune
Ed. q im be.bra-verl. (2009)

304 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 318517
ISBN 978-3-86124-639-8
9783861246398
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Li
Diesen Titel bei der ekz kaufen.
Titel der Ausgabe:
Auszeichnung: