Haselnusstage

Von 14 bis 15 Uhr trifft der junge Ich-Erzähler seinen Vater. Der Autor gibt den kurzen Besuch nur aus dessen Perspektive wider: Papas Geruch, die gemeinsame Fähigkeit, besonders mit den Ohren zu wackeln ..., Schuldinge besprechen. Haselnusstage Nur die Uhrzeit zu Beginn des Textes gibt einen Hinweis auf die besondere Situation, die erst am Ende aufgelöst wird: Der Vater sitzt im Gefängnis, seinem Sohn wird eine Stunde Besuchszeit zugestanden. Sensibel erzählt der Text von den widersprüchlichen Gefühlen des Jungen gegenüber seinem Vater. Davon das sein Vater gerne scherzt, seine Muskeln spielen lässt und Vogelstimmen imitieren kann, aber auch davon, dass er raucht, schnell wütend wird und beim Abschied weint. - Der Künstler ZAÜ liefert eindrucksvolle Bilder zu der besonderen Vater-Sohn-Geschichte. In ausdrucksstarken Kohle-Pastell-Zeichnungen auf sepiafarbenem Hintergrund fängt er die Geschichte dieser Familie ein: der Vater im Gefängnis, die Enttäuschung der Mutter, Liebe und Zorn des Jungen, der nicht weiß, was er den anderen Kindern sagen soll. Das Bilderbuch wurde 2015 mit dem Deutsch-Französischen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und kann allen Büchereien empfohlen werden.

Gudrun Reißing

Gudrun Reißing

rezensiert für den Borromäusverein.

Haselnusstage

Haselnusstage

Emmanuel Bourdier. Mit Bildern von Zaü
Minedition (2017)

[16] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.

MedienNr.: 592129
ISBN 978-3-86566-323-8
9783865663238
ca. 14,95 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 5
Systematik: KK
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