Billig.Billiger.Banane

Des einen Freud, des andern Leid: So könnte man den Billigwahn der Konsumenten in den Verbraucherländern charakterisieren, denn der niedrige Preis schlägt natürlich auf den Hersteller und damit auf die meist unterbezahlten, unter Billig.Billiger.Banane jämmerlichen Bedingungen lebenden und von Pestiziden bedrohten Plantagenarbeiter durch. Die Politikwissenschaftlerin und Wissenschaftsjournalistin S. Zierul gab sich bei ihren Recherchen nicht mit den Auskünften der Supermarktketten zufrieden, sondern recherchierte selbst, bei den Plantagenarbeitern in Costa Rica, bei den Kontrollen, dem Be- und Entladen der Bananen, wobei Antwerpen weltweit der größte Umschlagplatz ist, bei der Verteilung und letztlich auch im Supermarkt. Zwar gibt es strenge EU-Standards für den Import (Deutschland ist in der EU der größte Importeur), doch werden diese bei Weitem nicht immer eingehalten und vor allen Dingen leiden die Plantagenarbeiter unter dem gnadenlosen Preiskampf. Deshalb soll man Bio-Bananen und solche aus fairem Handel kaufen. Am Beispiel der Banane wird hier gezeigt, welche Macht die Supermarktketten haben und woher die billigen Preise kommen. - Ein nachdenklich machendes Werk, breit empfohlen.

Michael Mücke

Michael Mücke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Billig.Billiger.Banane

Billig.Billiger.Banane

Sarah Zierul
Oekom-Verl. (2015)

252 S. : Ill., graph. Darst.
fest geb.

MedienNr.: 581724
ISBN 978-3-86581-709-9
9783865817099
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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