Leyla
Leyla, die jüngste Tochter eines brutalen Haustyrannen, erzählt die Geschichte ihrer Familie von der Unterdrückung in der Türkei der fünfziger Jahre bis zum Zerfall in der Freiheit. Der Autor liest sein Werk selbst und verleiht ihm dadurch noch
mehr Glaubwürdigkeit, denn er ist ein anerkannter Kenner der türkischen Wirklichkeit. Er spricht nie von "Türken", nur von Kurden, Tschetschenen oder Armeniern, die in diesem Riesenland miteinander leben und ihre Probleme haben. Sitte und Gesetz des Landes nehmen einen breiten Raum in der Darstellung ein, oft auf Kosten der Spannung. Diese wird im Roman durch den Tod des tyrannischen Vaters gelöst, nach dem sich für alle Beteiligten neue Wege eröffnen. Der Autor lässt es offen, ob Leyla durch ihren Neuanfang in Berlin ihr Glück findet, aber er zeigt eine hoffnungsvolle Perspektive. - Für eine Hörerschaft, die gegenüber der multikulturellen Problematik aufgeschlossen ist.
Joachim Konrad Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.

Leyla
Feridun Zaimoglu. Gelesen von Feridun Zaimoglu
Random House Audio (2006)
6 CD (ca. 370 Min.)
CD